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Ein Sonntag mit den Grün Weißen Funken vom Zippchen

Heute ist Rosenmontag und die Karnevalssession 2016/2017 hat Ihren Höhepunkt erreicht. Das Aschenkreuz ist schon Nah und doch gibt es morgen noch einen Verein, der seinem großen Karnevalszug in Kölsch – Büllesbach entgegenfiebert.

Die meisten die mich kennen werden sich nun tierisch wundern: Aber ganz ehrlich, auch wenn ich nicht der lauteste mit dem buntesten Kostüm bin, sogar seit ein paar Jahren keine große Lust verspüre mich zu kostümieren, so mag ich den Karneval doch sehr. Und wenn man erstmal begriffen hat, dass Karneval nicht nur Anlass für inszenierte Heiterkeit und übermäßigen Alkoholkonsum, sondern wunderschöne Tradition, ein Kulturgut und offenherziger Brauchtum mit Geschichte, Witz und Charme ist, so fängt man an hinter die Fassade zu blicken und entdeckt facettenreiche, vielschichtige und einfach schöne Details, die zum Lachen, schmunzeln und vielleicht auch mal zum Nachdenken anregen.

Ein großer Bestandteil dieser „Karnevals-Kultur“ sind die vielen Gardetanz-Vereine. Hier in unserer Gegend gibt es jede Menge davon. Fast jeder Ort hat einen eigenen Karnevalsverein, dieser wiederum mindestens einen Tanzverein. Dabei sind sämtliche Farben vertreten: rote, grüne, blaue und die ganzen Kombinationen möchte ich erst garnicht versuchen aufzuzählen.

Vor ein paar Wochen durfte ich die Grün Weissen Funken vom Zippchen kurz genannt die „Zippchensfunken“ einen Sonntag lang zu Ihren Auftritten begleiten. Die Route verlief an dem Tag von Hennef, über Aachen – Stolberg, nach Venlo und endete im Bonner Maritim bei den Bonner Stadtsoldaten.

Nachdem ich in den Bus gestiegen und meinen Platz gefunden hatte lernte ich Verena, David, David (ja noch einen), Anna, Solvey und Manuel kennen und ich war natürlich tierisch gespannt, was sie mir zu erzählen hatten. Schnell festigte sich in mir ein Bild einer sympathischen, fröhlichen und aufgeschlossenen Gruppe. Da war alles dabei. Von der 16 – jährigen Schülerin, die sich auf unserer 150km Etappe zum nächsten Auftritt fleißig für den nächsten Englischunterricht vorbereitete, über den tanzerfahrenen Jurastudenten, der etliche an gefahrenen Kilometern zu jedem Training gerne in Kauf nimmt, bis zum Elektromeister jenseits der 30, der zwar jeden Knochen spürt, aber auch jeden Auftritt genießt. Ich fühlte mich wohl in der Runde und so verging die Zeit wie im Flug und wir erreichten Stolberg. Eine proppenvoller Saal gut gelaunter Aachener. Die Stolberger hatten Ihre Sporthalle toll karnevalistisch dekoriert. Kein Prunk, eher Pragmatismus, aber am Ende halt auch eine Halle voller richtig gut gelaunter Menschen. Ich hatte meine Mühe eine vernünftige Position zum Fotografieren zu finden. Das lustige ist: Wenn man mit vielen Menschen auf engem Raum steht, dann noch eine Fotokamera dabei hat und offensichtlich zu einem Verein gehört, der zu Gast ist, kommt man superschnell ins Gespräch und so schloss ich schnell Freundschaft mit einer netten Gruppe, die über die nahe gelegene holländische Grenze nach Stolberg gekommen war. Kurzer Smalltalk und ich stand auf deren Tisch und hatte Überblick:-)

Danach ging es zügig Richtung Bus. Der Kommandant der Truppe, Patrick, hatte den Zeitplan fest im Blick. Das nächste Ziel hieß Venlo. Aber bevor es losging zauberte Holger aus dem Laderaum des Busses den Reiseproviant. Nun konnte der Bus das nächste Ziel ansteuern: Venlo. Dort angekommen, durch den Künstlereingang eingetreten präsentierte sich mir eine tolle Halle. Eigentlich ein Theater, das für die Karnevalsparty, in deren Mitte wir nun standen, komplett auf den Kopf gestellt wurde. Die Tanzfläche des Publikums ist eigentlich die Theaterbühne, die Bühne auf der die Funken auftraten ist über das ansteigende Theatergestühl gebaut. So hat die Bühne eine beachtliche Tiefe, die zum einen den Tänzerinnen und Tänzern viel Platz bescherte, aber auch dahinter auf verschiedene Höhen verteilt die Band beherbergte die zum Einen als „Saalkapelle“ und zum Anderen als Begleitung für die auftretenden in Holland bekannten (Solo-)Künstler diente. So hatte ich endlich die Gelegenheit, auf der Suche nach spannenden Perspektiven, hoch in die Dekoration zu klettern.

Nach dem Auftritt zurück in den Bus, ab nach Bonn. Der bunt geschmückte „Saal Maritim“ zeigte seine ganze Größe und bot den Tänzerinnen und Tänzern einen tollen Rahmen die spektakulären Hebungen und „Hebebilder“ zu zeigen. Ein toller Abschluss eines für mich spannenden Tages. Erschöpft, aber zufrieden ging es nun ein letztes Mal in den Bus, der Heimweg stand an. Für die TänzerInnen die Gelegenheit sich ein erstes Bier zu gönnen und sich selber für den ereignisreichen Tag zu belohnen.

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